AGB
der Grabosch Media GmbH für die Nutzung der Plattform GKarriere durch Unternehmen.
Präambel
Die Grabosch Media GmbH (nachfolgend Anbieter) betreibt unter den Domains gkarriere.de, app.gkarriere.de und auth.gkarriere.de die Recruiting-Plattform GKarriere. GKarriere ist eine Produkt- und Plattformbezeichnung des Anbieters; eine eingetragene Marke besteht nicht. Vertragspartner und Diensteanbieter ist ausschließlich die Grabosch Media GmbH. Die nachfolgenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend AGB) regeln das Vertragsverhältnis zwischen dem Anbieter und Unternehmen, die die Plattform nutzen, um qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten anzusprechen (nachfolgend Unternehmen oder Kunde).
§ 1 Geltungsbereich
(1) Diese AGB gelten für sämtliche Verträge, die zwischen dem Anbieter und Unternehmen über die Nutzung der Plattform GKarriere zustande kommen.
(2) Die AGB gelten ausschließlich. Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Allgemeine Geschäftsbedingungen des Kunden werden nur dann und insoweit Vertragsbestandteil, als der Anbieter ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zugestimmt hat.
(3) Die Plattform richtet sich ausschließlich an Unternehmer im Sinne von § 14 BGB sowie an juristische Personen des öffentlichen Rechts und öffentlich-rechtliche Sondervermögen. Sie richtet sich nicht an Verbraucher im Sinne von § 13 BGB.
§ 2 Vertragsgegenstand
(1) Der Anbieter stellt dem Kunden über die Plattform GKarriere eine technische Infrastruktur zur Verfügung, mit der Stellenangebote eingestellt, qualifizierte Kandidatinnen und Kandidaten kontaktiert und das Bewerbungsverfahren digital begleitet werden kann.
(2) Der Anbieter erbringt mit der Plattform keine Arbeitnehmerüberlassung im Sinne des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG). Der Anbieter wird nicht Arbeitgeber der vermittelten Personen. Ein etwaiges Beschäftigungsverhältnis kommt ausschließlich zwischen dem Kunden und der Bewerberin oder dem Bewerber zustande.
(3) Der Anbieter schuldet keinen konkreten Vermittlungserfolg. Soweit zwischen dem Anbieter und dem Kunden eine garantierte Mindestleistung (etwa eine bestimmte Anzahl vorgestellter Kandidatinnen und Kandidaten innerhalb eines bestimmten Zeitraums) individuell vereinbart wurde, gilt diese Vereinbarung ergänzend.
§ 3 Vertragsschluss und Konto
(1) Der Vertragsschluss kommt zustande durch Anlage eines Kunden-Accounts auf der Plattform und Bestätigung dieser AGB. Die Bestätigung erfolgt durch eine eindeutige bestätigende Handlung, etwa durch Setzen eines Häkchens und anschließende Kontoanlage.
(2) Der Kunde sichert zu, dass die handelnde Person zur Vertretung des Kunden befugt ist und die Angaben bei der Kontoanlage wahrheitsgemäß und vollständig sind.
(3) Der Kunde ist verpflichtet, seine Zugangsdaten und die Zugangsdaten seiner Mitglieder-Accounts vor dem Zugriff Dritter zu schützen. Der Kunde haftet für alle Aktivitäten, die unter seinem Account oder den Mitglieder-Accounts vorgenommen werden, soweit ihn ein Verschulden trifft.
(4) Der Kunde kann zusätzliche Mitglieder-Accounts für seine Mitarbeitenden anlegen. Der Kunde ist für das Verhalten der Mitglieder-Accounts wie für eigenes Handeln verantwortlich.
§ 4 Pflichten des Kunden
(1) Der Kunde ist verpflichtet, ausschließlich wahrheitsgemäße und vollständige Angaben zu seinem Unternehmen sowie zu den von ihm eingestellten Stellenangeboten zu machen. Stellenangebote dürfen nicht irreführend sein.
(2) Der Kunde verpflichtet sich, Bewerberdaten ausschließlich für die jeweilige Stellenbesetzung zu verwenden, für die der Bewerber sein Interesse erklärt hat. Eine Verwendung für andere Zwecke (insbesondere für allgemeine Marketingmaßnahmen, für die Übergabe an konzernverbundene Unternehmen, für den Aufbau eigener Bewerber-Datenbanken oder für eine Weitergabe an Dritte) ist untersagt.
(3) Der Kunde wird Bewerberdaten unverzüglich, spätestens jedoch sechs Monate nach Abschluss des Auswahlverfahrens, aus seinen Systemen löschen, sofern die Bewerbung nicht zu einem Beschäftigungsverhältnis geführt hat oder eine darüberhinausgehende ausdrückliche Einwilligung der Bewerberin oder des Bewerbers vorliegt.
(4) Der Kunde verpflichtet sich, die im Rahmen der Plattform erlangten Profile, Lebensläufe, Zertifikate und Kommunikationsinhalte vertraulich zu behandeln und gegenüber Dritten nicht offenzulegen.
(5) Der Kunde ist für die Einhaltung aller einschlägigen gesetzlichen Vorschriften, insbesondere des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG), des Arbeitsrechts sowie des Datenschutzrechts, eigenverantwortlich verantwortlich.
(6) Der Kunde stellt sicher, dass die von ihm bereitgestellten Inhalte (Stellenbeschreibungen, Firmen-Logos, Texte, Bilder) keine Rechte Dritter, insbesondere keine Urheber-, Marken- oder Persönlichkeitsrechte, verletzen.
(7) Missbräuchliches Verhalten — insbesondere die unzulässige Weitergabe von Bewerberdaten, die wissentliche Veröffentlichung unzutreffender Stellenangebote oder die Umgehung der Einwilligungs-Mechanismen der Plattform — berechtigt den Anbieter zur sofortigen Sperrung des Accounts und zur fristlosen Kündigung (siehe § 9 Abs. 4).
§ 5 Pflichten und Leistungen des Anbieters
(1) Der Anbieter stellt die Plattform mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns zur Verfügung. Eine bestimmte Verfügbarkeit (Service-Level) wird, soweit nicht ausdrücklich individuell vereinbart, nicht zugesichert.
(2) Der Anbieter ist berechtigt, die Plattform für Wartungs- und Aktualisierungsarbeiten zeitweise außer Betrieb zu nehmen. Geplante Wartungsfenster werden nach Möglichkeit außerhalb der üblichen Geschäftszeiten gelegt und dem Kunden in geeigneter Form angekündigt.
(3) Der Anbieter wird die Verarbeitung personenbezogener Daten unter Beachtung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie der ergänzenden nationalen Vorschriften vornehmen. Einzelheiten ergeben sich aus der Datenschutzerklärung sowie aus dem Auftragsverarbeitungsvertrag (siehe § 10).
(4) Der Anbieter behält sich vor, die Plattform funktional weiterzuentwickeln. Über wesentliche Änderungen wird der Kunde in geeigneter Form informiert.
§ 6 Vergütung und Zahlungsbedingungen
(1) Die Höhe der Vergütung sowie deren Fälligkeit werden zwischen dem Anbieter und dem Kunden auf bilateraler Vertragsbasis individuell vereinbart. Soweit zwischen den Parteien eine gesonderte Vertragsurkunde besteht, sind deren Vergütungsregelungen vorrangig.
(2) Soweit nichts anderes vereinbart ist, erfolgt die Abrechnung monatlich im Voraus per Rechnung. Rechnungen sind innerhalb von 14 Tagen nach Zugang ohne Abzug zur Zahlung fällig.
(3) Sämtliche genannten Preise verstehen sich, soweit nicht anders ausgewiesen, zuzüglich der jeweils gesetzlich geltenden Umsatzsteuer.
(4) Bei Zahlungsverzug ist der Anbieter berechtigt, den Zugang zur Plattform vorübergehend zu sperren. Weitergehende gesetzliche Rechte bleiben unberührt.
§ 7 Haftung
(1) Der Anbieter haftet unbeschränkt für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, im Falle der Übernahme einer Garantie sowie nach den Bestimmungen des Produkthaftungsgesetzes.
(2) Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung einer wesentlichen Vertragspflicht (sogenannte Kardinalpflicht). Wesentlich sind Pflichten, deren Erfüllung die ordnungsgemäße Durchführung des Vertrags überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Vertragspartner regelmäßig vertrauen darf. Die Haftung ist in diesen Fällen auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden begrenzt.
(3) Eine Haftung für mittelbare Schäden, Folgeschäden, entgangenen Gewinn, ausgebliebene Einsparungen und immaterielle Schäden ist ausgeschlossen, soweit nicht Absatz 1 greift.
(4) Der Anbieter haftet nicht für die Eignung einer vermittelten Kandidatin oder eines vermittelten Kandidaten für eine konkrete Stelle. Der Anbieter haftet ebenfalls nicht für das Zustandekommen, den Bestand oder die wirtschaftliche Werthaltigkeit eines Beschäftigungsverhältnisses zwischen dem Kunden und einer Bewerberin oder einem Bewerber.
(5) Soweit die Haftung des Anbieters nach den vorstehenden Regelungen ausgeschlossen oder beschränkt ist, gilt dies auch für die persönliche Haftung der Mitarbeitenden, gesetzlichen Vertreter und Erfüllungsgehilfen des Anbieters.
§ 8 Vertraulichkeit
(1) Die Parteien verpflichten sich wechselseitig, alle als vertraulich gekennzeichneten oder ihrer Natur nach erkennbar vertraulichen Informationen, die ihnen im Rahmen der Vertragsbeziehung bekannt werden, vertraulich zu behandeln. Die Verpflichtung gilt auch nach Beendigung des Vertrags fort.
(2) Bewerberdaten sind in besonderem Maße schutzwürdig. Der Kunde wird sicherstellen, dass nur diejenigen seiner Mitarbeitenden Zugriff auf Bewerberdaten erhalten, die für die jeweilige Stellenbesetzung tatsächlich erforderlich sind.
(3) Die Vertraulichkeitsverpflichtung gilt nicht für Informationen, die (a) ohne Verletzung dieser AGB allgemein bekannt sind, (b) der empfangenden Partei nachweislich bereits zuvor bekannt waren, (c) ihr von einem berechtigten Dritten ohne Verletzung einer Vertraulichkeitspflicht zugänglich gemacht wurden oder (d) deren Offenlegung gesetzlich oder behördlich vorgeschrieben ist.
§ 9 Vertragslaufzeit und Kündigung
(1) Der Vertrag wird auf unbestimmte Zeit geschlossen, soweit nicht eine abweichende Laufzeit individuell vereinbart wurde.
(2) Beide Parteien können den Vertrag mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende ordentlich in Textform kündigen, soweit keine abweichende Frist individuell vereinbart wurde.
(3) Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
(4) Ein wichtiger Grund zur fristlosen Kündigung durch den Anbieter liegt insbesondere vor, wenn der Kunde gegen § 4 Abs. 2 (zweckwidrige Verwendung von Bewerberdaten) verstößt, gegen § 4 Abs. 4 (Vertraulichkeit) verstößt, die Einwilligungs-Mechanismen der Plattform umgeht, mit der Zahlung trotz Mahnung in erheblichem Umfang in Verzug ist oder wiederholt nachweislich unzutreffende Stellenangebote einstellt.
(5) Nach Beendigung des Vertrags wird der Anbieter dem Kunden auf Anfrage und im technisch und rechtlich zumutbaren Umfang Daten in einem strukturierten Format zur Verfügung stellen. Anschließend werden die Daten unter Beachtung der gesetzlichen Aufbewahrungspflichten gelöscht.
§ 10 Datenschutz
(1) Soweit der Anbieter im Auftrag des Kunden personenbezogene Daten verarbeitet, schließen die Parteien hierfür einen gesonderten Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO ab. Der Anbieter stellt dem Kunden eine entsprechende Vereinbarung auf Anfrage zur Verfügung.
(2) Hinsichtlich derjenigen Verarbeitungen, die der Anbieter eigenverantwortlich vornimmt, gelten die Regelungen der Datenschutzerklärung. Diese ist unter gkarriere.de/datenschutz abrufbar.
(3) Die Parteien werden einander bei Anfragen Betroffener und bei Anfragen von Aufsichtsbehörden in zumutbarem Umfang unterstützen.
§ 11 Schlussbestimmungen
(1) Schriftform: Änderungen und Ergänzungen dieser AGB sowie individuelle Nebenabreden bedürfen zu ihrer Wirksamkeit der Textform (§ 126b BGB). Dies gilt auch für die Aufhebung des Textformerfordernisses selbst.
(2) Salvatorische Klausel: Sollten einzelne Bestimmungen dieser AGB unwirksam oder undurchführbar sein oder werden, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen hiervon unberührt. An die Stelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung tritt eine Regelung, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt. Entsprechendes gilt im Fall einer Regelungslücke.
(3) Anwendbares Recht: Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG).
(4) Gerichtsstand: Ausschließlicher Gerichtsstand für sämtliche Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesem Vertrag ist, soweit der Kunde Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist, der Sitz des Anbieters in Hannover. Der Anbieter ist daneben berechtigt, am allgemeinen Gerichtsstand des Kunden Klage zu erheben.
(5) Änderungen der AGB: Der Anbieter ist berechtigt, diese AGB mit Wirkung für die Zukunft anzupassen, soweit dies aufgrund einer Änderung der Rechtslage, höchstrichterlicher Rechtsprechung oder zur Anpassung an geänderte Marktverhältnisse erforderlich ist. Der Kunde wird über die Änderungen mindestens vier Wochen vor Inkrafttreten in Textform informiert. Widerspricht der Kunde der Änderung nicht innerhalb von vier Wochen nach Zugang der Mitteilung, gilt die Änderung als genehmigt. Auf diese Folge wird der Kunde in der Mitteilung gesondert hingewiesen.
Hinweis: Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen wurden nach bestem Wissen und mit Sorgfalt erstellt. Sie ersetzen keine anwaltliche Beratung. Vor produktivem Einsatz empfehlen wir die Prüfung durch einen auf IT- und Vertragsrecht spezialisierten Anwalt.
Stand: Mai 2026